Lektüren meines Lebens

Meine nachfolgenden autobiografischen Blätter sind Rückblicke hinein in mein Leben als eine Person, die Bücher und Musik liebt(e). Gemäß dem Flaubert – Motto (siehe „Autor“) bin ich dabei präsent, bleibe aber im Hintergrund. Ich beginne mit Büchern, die in meinem Leben nach der Kindheit zentral waren, und die ich immer noch für lesenswert halte. Ich möchte sie Ihnen, lieber Leser, verehrte Leserin, hier in chronologischer Abfolge von Zeit zu Zeit vorstellen. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen dann Musikstücke von Pop über Folk bis Klassik, die mich, wie ich glaube, beseelt haben und die ich immer noch gerne höre? Fortsetzung folgt. Erinnern auch Sie sich, was Sie früher gelesen und gehört haben? Beginnen wir mal mit den Büchern.

Ein Schweizer Weltsoziologe

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Jean Ziegler ist seit ehedem mein Leib-, Magen- und Kopf-Soziologe (und Ethnologe). Der in der Theorie des Marxismus und Kommunismus sehr bewanderte Autor kämpft seit Jahrzehnten für die Menschenrechte, gegen Despotien und das Großkapital und gegen die negativen Auswirkungen einer überzogen...

Kafkaesk mutet Vieles an

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„Kafkaesk“ ist ein eingebürgertes, geflügeltes Wort, das auf den Schriftsteller Franz Kafka zurückgeht. Wir meinen damit Lebens- oder gesellschaftliche Situationen, die sich durch eine gewisse Ausweglosigkeit und Unabänderlichkeit zumeist in Verbindung mit kalten bürokratischen Abläufen und anonym...

Frisst die Revolution immer ihre Kinder?

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Es gibt Bücher, die mich klar im Denken beeinflusst haben, ohne dass ichdies nach so vielen Jahren aus dem Stand noch rekonstruieren könnte. Einsolches Buch ist André Malraux´ „So lebt der Mensch“ (La conditionhumaine). Ich musste also nachschlagen, um nachträglich herauszufinden,was mich bei der...

“Was will das Weib?”

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Flauberts Roman, Madame Bovary, gehört zur Weltliteratur und wurde mehrmals verfilmt. Die Verfilmung mit der wunderbaren Isabelle Huppert in der Hauptrolle ist meiner Meinung nach die gelungenste Version. Emma, die Hauptperson heiratet den Landarzt Charles Bovary. Sie hofft, auf diesem Weg der...

Ein bisschen Futur II

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George Orwell schrieb diesen weltberühmten Roman in der Zeit von 1946 bis 1948. Es geht um den totalen Überwachungsstaat „Eurasien“, den er kommen sah. Orwell war „Anarchist“ (was nicht Chaot heißt) und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco. Das Buch ist deshalb so faszinierend, weil es...

Noch mehr Psychorealismus…

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Ein weiterer, von mir früh bevorzugter Vertreter des psychischen Realismus im europäischen Roman ist der Italiener Alberto Moravia (1907-1990). Ganz im Sinne meines damaligen, bis heute erhaltenen psychoanalytischen Erkenntnisinteresses verschlang ich nach 1968 innerhalb kurzer Zeit vierzehn Bücher...

Lektüre in Abiturzeiten (um 1968)

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Zu meinen ersten philosophischen Büchern, in die ich auch später immer mal wieder reingeschaut habe, zählt „Das Gastmahl“ von Platon. Am illustren Symposium um 400 vor Christus in Athen nahmen neben Platon auch Sokrates, Aristophanes, Phaidros, Apollodoros, Aristodemos, Eryximachos, Agathon und...