Jubiläum

Hoppsala, liebe verehrte Leserschaft, ein JubiläumTrubiläum ist da und Heiterkeit belebt mich angenehm: Genau ein ganzes Jahr literarisches Journal federschreibt.de. Der Leserkreis wächst und gedeiht. Danke für Dein/Ihr/Euer Interesse, die gezeigte Leselust! Es beginnt das Jahr zwei meiner digitalen Texte, alles ziemlich synchron zur bislang so nicht gekannten Erstarrung unserer Gesellschaft. Wie kommen wir da wieder raus? Das ist die große Frage. Meine weiteren Texte werden sich, in passato, in futuro, besseren Zeiten widmen. Ich versuch´s.



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DAS

NARRENSCHIFF

TREIBT

TREIBT

TREIBT

TREIBT

TREIBT

Kinderkapriolen: Robo, Malio und die 23.

“Du sollst nicht spucken noch speien im Freien. Du sollst Deinen Pitbull täglich zweimal Gassi führen. Containerst Du, so rechne mit Strafe vor Gericht. Furze nicht – weder laut noch leise. Klebe Dein gebrauchtes Gummi an die Gum Wall. Zahle Dein Gummi, äh, Dein Bußgeld mit froher Miene. Sei nicht schamlos, es sei denn vor dem Körperscanner. Erschrick nicht vor den armierten Cops mit den Schockern, die Dich sistieren, sie schützen Dich ritterlich vor Dir selbst.”

Aus: Fritz Feder, Die (mehr als) zehn Gebote der neuen Zeit

“Das Kunstlicht der Welt erblickte mich am 19. November des Jahres 1949 um 5 Uhr früh. Draußen war es noch richtig dunkel. Die Geburtsstation lag wie zum Zeichen der Verbundenheit von Leben und Tod, jedoch nicht wie ein Menetekel, sondern ganz friedlich, unmittelbar über der Totenhalle der Klinik. Dass es ein Freitag war, sagte mir vor Jahren ein buddhistischer Mönch in Myanmars berühmtester Pagode, die Shwedagon heißt. Ich traf auf ihn während meines Besuchs jenes riesigen, goldenen Stupa in Yangon, dem früheren Rangun. Er hatte mich in meinem Staunen wohl beobachtet, dann geheimnisvoll lächelnd angesprochen und ein paar Schritte begleitet, wobei er mich nach meinem Geburtstagsdatum gefragt hatte. Auch Buddha sei an einem Freitag geboren worden, erklärte er mir mit leuchtenden Augen. Im Jahr 543 vor unserer Zeitrechnung. Wieder zu Haus finde ich im sog. Ewigen Kalender des neunmalklugen digitalen Netzes die Information, dass mein Geburtstag aber ein Samstag war. Erklärt sich die Abweichung durch die Zeitverschiebung? Vielleicht. Dem Vernehmen nach war ich ein richtiges Pfund und soll nach der Geburt in einem ersten Akt meiner irdischen Präsenz in hohem Bogen gepinkelt haben, was ich als gutes Zeichen werte, Freitag hin, Samstag her. Jedenfalls Wochenende.”

Aus: Fritz Feder, All Tags Tücken, Miseren & letzte Dinge, VERRAI Verlag Stuttgart

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