Im Wartestand

I
Ich träume von einem Land
mit Waffen, die es nicht gibt
in dem die Kerker leer sind
Und die dräuenden Nächte
noch kalmierter walten
als der helllichte Tag.

Ich träume von einem Land
wo die Rotoren schweigen
Im Nass die Fische tanzen
Wo der rote Frühmorgen
so klipp und klar äugt
wie des Abends das Blau.

Von einem Land träume ich
wo Pfeffer auf Altanen wächst
Bloß Mönche Kutten tragen
In dem zur guten Stunde
sich versöhnlich paart
die Sonne mit ihrem Mond.

Ich erwache aus einem Land
dessen Lächeln trieft
und wo die Bäume blutend
aus dem Asphalt starren
und winters die Flocken
schwarz zu Boden fallen.

In einem Land entschlafe ich
wenn ich denn genug habe
von Distanz zu den Sternen
vom schlammigen Geröll
das von rollenden Ketten
man sattsam kennt.

Gerade erinn´re ich kein Land
wo ein Keller nie Bunker war
Spähe geduckt nach einer Welt
welche uns irenisch grüßt.